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Aktualisiert: 17:06 | 25. July 2019

Oasenstadt Palmyra - UN verurteilt Zerstörung historischer Stätten durch IS

  • geschrieben von Susanne Hagel
  • Freigegeben in Politik
Oasenstadt Palmyra - UN verurteilt Zerstörung historischer Stätten durch IS Quelle: www.allmystery.de

New York - Die UN-Vollversammlung verurteilt in einer Resolution die Zerstörung kulturell bedeutsamer Stätten durch den IS und ruft alle Staaten zum Schutz der Kulturgüter im Irak und in Syrien auf. Die Plünderer und Zerstörer von Palmyra sollten strafrechtlich als Kriegsverbrecher bestraft und der Handel mit den gestohlenen Kulturgütern unterbunden werden. Die Resolution ist nicht bindend.

Die Zerstörung von Kulturgütern wie bisher im irakischen Nimrud, Hatra und nun im syrischen Palmyra sei als Kriegsverbrechen und Angriff auf die gesamte Menschheit zu werten, erklärte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer (CDU). „Dieser heutige Tag ist ein wichtiger für die gesamte Menschheit. Lassen Sie uns gegen solche Barbarei zusammenstehen und mit einer Stimme sprechen. Ohne dieses kulturelle Erbe haben wir keine Zukunft.“ Spätestens jetzt müsse sich zudem jeder darüber bewusst sein, dass der Kauf von gestohlenen Kulturgütern aus dem Irak strafbar ist und dass man als Käufer den IS finanziell unterstütze.

Der irakische UN-Botschafter Mohammed Ali Alhakim erklärte, die Zerstörung der Kulturschätze sei „nicht weniger barbarisch als das Töten von Irakern“. Er bedauere zutiefst, dass die Resolution keine verbindliche Wirkung habe: hierfür müsste sie vom UN-Sicherheitsrat erlassen werden. „Ich wünschte, die Resolution käme aus dem Sicherheitsrat, aber wir konnten ihn einfach nicht dazu bewegen“, so Alhakim. Die deutsche Regierung erklärte, sie hoffe auf eine Umsetzung der Resolution in möglichst vielen der über neunzig Staaten, die die Resolution offiziell unterstützen.

Auch Irina Bokova, die Generalsekretärin der Unesco, drängte: „Palmyra muss gerettet werden!“ Die Ruinenstadt sei ein „unersetzlicher Schatz für das syrische Volk und die Welt“. Die von der IS durchgeführten „kulturellen Säuberungen“ seien eine Bewährungsprobe für die Vereinten Nationen. Die Resolution zeige nun die Entschlossenheit der Weltgemeinschaft, dagegen vorzugehen, so Bokova. „Es ist ein Wendepunkt.“

In der Vergangenheit hatten Anhänger des IS mehrfach Kulturschätze des Irak, etwa im Museum von Mossul oder den antiken Stätten Nimrud und Hatra, zerstört. Nun drohen die Terroristen damit, die syrische zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Oasenstadt Palmyra zu vernichten. In den Augen der Islamisten seien die jahrtausendealten Kunstobjekte nicht mit dem islamischen Glauben vereinbar.

Palmyra gilt als eine der schönsten Ruinenmetropolen an der orientalischen Seidenstraße. Die Stadt war früher während des ersten und zweiten Jahrhunderts nach Christus das Bindeglied zwischen Rom und dem Zweistromland und damit wichtiger Handelsplatz. Da es im Laufe der Geschichte immer wieder unter römischer Herrschaft stand, verschmolzen hier römische und persische Elemente in der Architektur. Die Wiederentdeckung Palmyras löste in Europa im 17. und 18. Jahrhundert eine Welle der Klassizismusbegeisterung aus.

Bereits vor der Einnahme durch IS-Kämpfer hatte die historisch bedeutsame Stätte durch den syrischen Bürgerkrieg gelitten. Immer wieder verschleppten Plünderer Grabbeigaben oder zersägten Reliefs, um diese anschließend zu verkaufen.

Letzte Änderung amSamstag, 30 Mai 2015 13:07
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