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Aktualisiert: 17:06 | 25. July 2019

Mehr weibliche Führungskräfte - Ursula von der Leyen fordert Frauenquote für Bundeswehr

  • geschrieben von Susanne Hagel
  • Freigegeben in Politik
Dr. Ursula von der Leyen (c) Deutscher Bundestag / Achim Melde Dr. Ursula von der Leyen

Berlin - Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will eine Frauenquote in der Bundeswehr forcieren. Diese soll für den Bereich des Sanitätsdienstes gelten.

Weil sich unter den fast zwanzig Generälen nur eine Frau befindet, obwohl der Frauenanteil im Sanitätsdienst bei vierzig Prozent liegt, plane von der Leyen die Zahl der weiblichen Führungskräfte durch eine Quote zu erhöhen. "Bei der Sanität haben wir genauso viele junge Ärztinnen wie junge Ärzte, trotzdem sehen wir in der Spitze fast keine Frauen." Ein Frau unter zwanzig Generälen sei  "ein lausiger Anteil" - "deshalb müssen wir hier auch über Quoten mit klaren Zeitleisten nachdenken", sagte die Ministerin. Ihr sei bewusst, dass die Soldaten starke Vorbehalte gegenüber Frauen hätten. Seit die erste Oberbefehlshaberin ihr Amt im Dezember 2013 angetreten hatte, betonte sie immer wieder, eines ihrer Ziele sei die Erhöhung des weiblichen Truppenanteils. Im August vergangenen Jahres engagierte sie die Unternehmensberaterin Katrin Suder als Staatssekretärin für die Bereiche Politik und Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung. Sie solle die Reform des Rüstungssektors vorantreiben, hieß es. "Ich mag gar nicht daran zurückdenken, wie schwer es war, sie durchzusetzen." Von der Leyen erklärte, sie habe gegen massive Vorbehalte wegen Suders Benennung, die im übrigen bestens qualifiziert sei, kämpfen müssen. "Eigentlich ging es nur darum, ob das wohl gut gehen kann mit zwei Frauen an der Spitze", so von der Leyen. Es habe keine Rolle gespielt, dass sie Physikerin ist, "dass sie wirtschaftserfahren ist" und so manchen vorherigen Staatssekretär, der "weder von Technik noch von Wirtschaft einen Bruchteil der Ahnung" gehabt hätte, wie Suder sie mitbringe, weit überlegen sei. Eine Umfrage des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr bestätigte die negativen Erfahrungen der Ministerin. Demnach nehmen die Vorurteile gegenüber weibliche Soldaten unter den Kameraden zu. 56,6 Prozent der befragten Kameraden erklärten, Frauen wirkten sich negativ auf die Bundeswehr aus. 15,6 Prozent gaben an, die Bundeswehr könne wegen der Soldatinnen ihren militärischen Auftrag nicht mehr erfüllen.

Frauen sind im Sanitätsdienst der Bundeswehr bereits seit 1975 im Einsatz. Seit 2001 können Frauen auch alle anderen militärischen Laufbahnen der Bundeswehr einschlagen. 1994 wurde die erste Frau in den Generalsrang erhoben. Von derzeit 19.000 Frauen unter den 181.000 Bundeswehrsoldaten findet sich nur ein weiblicher General: Die Generalstabsärztin Erika Franke. Insgesamt gibt es rund zweihundert Generäle bei der deutschen Bundeswehr. Von der Leyen will den Frauenanteil der Truppe von derzeit 10,5 Prozent auf fünfzehn Prozent erhöhen.

Die Verteidigungsministerin unternimmt seit Beginn ihrer Amtszeit unentwegt Versuche um die Attraktivität der Bundeswehr zu erhöhen. So hatte sie im Mai 2014 einen Maßnahmenkatalog vorgelegt, der unter anderem die Anschaffung von Laptops, Tablet-Computern und Smartphones für die Heimarbeit, den Ausbau der Kinderbetreuung bei der Bundeswehr und die Modernisierung von Unterkünften neu regeln sollte. Im Oktober verabschiedete die Bundesregierung dann das von von der Leyen entworfene Attraktivitätsgesetz, welches mit besserer Bezahlung, geregelten Arbeitszeiten, mehr Teilzeitarbeit, verbesserten Beförderungschancen und höhere Renten für die Bundeswehr als Arbeitsgeber werben soll. Das rund eine Milliarde Euro schwere Paket sei geeignet, "um qualifizierten Nachwuchs für die Truppe zu gewinnen", erklärte der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, André Wüstner. Allerdings bleibe es weiterhin fraglich, wie die gravierenden Ausrüstungsmängel der Truppe behoben werden sollen.

Letzte Änderung amSamstag, 10 Januar 2015 17:01
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