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Aktualisiert: 17:06 | 25. July 2019

Besetzer der Gerhart-Hauptmann-Schule - Steinewerfende Asylanten vor Gericht

  • geschrieben von Susanne Hagel
  • Freigegeben in Politik
Besetzer der Gerhart-Hauptmann-Schule - Steinewerfende Asylanten vor Gericht Quelle: PIXABAY.COM

Berlin - Seit heute stehen drei Besetzer der Gerhart-Hauptmann-Schule wegen versuchter schwerer Körperverletzung vor Gericht. Sie stehen im Verdacht während dem Protest um die besetzte Schule in Berlin-Kreuzberg gezielt Steine und Glasflaschen vom Dach aus auf die Polizeibeamten geworfen zu haben.

Bei dem Protest vor neun Monaten verschanzten sich bis zu fünfundvierzig Asylanten und deren linke Unterstützer auf dem Dach der ehemaligen Schule um eine Räumung zu verhindern und ein Bleiberecht zu erzwingen. Über einen Zeitraum von mehr als sieben Tage waren insgesamt über einhundert Beamte im Einsatz um das Schulgebäude abzusichern. Bereits seit Dezember 2012 war das Gebäude von zeitweise über zweihundert Menschen besetzt, die in der Schule unter teils katastrophalen Bedingungen hausten. Neben den Asylanten und ihren Unterstützern lebten auch Romafamilien und Obdachlose im Gebäude. Diese Situation eskalierte und endete mit einer tödlich ausgehenden Messerstecherei. Im Juni 2014 sollten die bis dahin geduldeten Besetzer das Gebäude erstmals endgültig verlassen. Die drei Angeklagten gehören zu den rund vierzig Asylanten, die sich weigerten der Räumungsaufforderung nachzukommen und stattdessen lieber auf das Dach stiegen.

Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, haben die drei aus dem Sudan stammenden verdächtigen Asylanten am zweiten Juli 2014 Steine und Flaschen in den Schulhof geworfen, „um die dort anwesenden Polizeibeamten mit den Gegenständen zu verletzen“. Insgesamt konnten den drei Angreifern fünf Würfe in siebzehn Minuten zugeordnet werden. Unter anderem sollen zerbrochene Glasscherben, Betonteile und in eine Tüte gewickelte Steine unter den Wurfgeschossen gewesen sein. Weil es den Beamten gelang, auszuweichen und sich in Sicherheit zu bringen, wurde glücklicherweise niemand verletzt.

Die Tatverdächtigen befinden sich seit Dezember 2014 in Haft. Nachdem sie bei der Polizei zunächst alle Vorwürfe bestritten hatten, räumte zum Auftakt des Prozesses am Amtsgericht Tiergarten zumindest einer der Beklagten ein, auf dem Dach gewesen zu sein. Den Vorwurf, er habe Gegenstände auf Polizisten geworfen, weise er jedoch von sich. Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Anklage vor allem auf belastende Videoaufnahmen, die die Polizei während des Protests anfertigte. Am 21. April soll der Prozess fortgesetzt werden.

Noch immer ist die Gerhart-Hauptmann-Schule nicht geräumt. Nachdem sich die rund 45 Besetzer im vergangenen Sommer das Bleiberecht in dem Gebäude unter anderem durch Suiziddrohungen erzwungen hatten, zahlt der Bezirk weiterhin Strom, Heizung und die notwendigen Renovierungsarbeiten sowie den privaten Sicherheitsdienst. Jährlich entstehen dem Bezirk somit Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro.

Im Februar dieses Jahres forderte der Bezirk die Asylanten erneut auf, das Gebäude bis zum 19. März zu verlassen. 24 Besetzer hätten schriftlichen Widerspruch gegen die Aufforderung eingelegt und dürften deshalb bleiben. Die übrigen haben das Gebäude entweder freiwillig verlassen oder wurden nun des Hauses verwiesen.

Letzte Änderung amDonnerstag, 09 April 2015 00:20
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