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Aktualisiert: 10:07 | 23. November 2018

Die Nächste- Ursula von der Leyen unter Plagiat-Verdacht

  • geschrieben von Torsten Müller
  • Freigegeben in Politik
Dr. Ursula von der Leyen © Deutscher Bundestag / Achim Melde Dr. Ursula von der Leyen

Berlin - Sie wäre nicht die erste Bundesministerin, die über eine Plagiatsaffäre stolpert. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) steht unter dem Verdacht, weite Teile ihrer Dissertation abgeschrieben zu haben, ohne dies kenntlich gemacht zu haben. Von der Leyen wehrt sich bisher gegen die Vorwürfe, in ihrer Arbeit zum Thema Frauenheilkunde geschummelt zu haben. Ihre ehemalige Hochschule hat bereits eine Untersuchung eingeleitet. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) will die Arbeit gründlich auf Regelverstöße überprüfen.

Eine Ombudsperson hat bereits eine Vorprüfung vorgenommen, nun wurde eine fünfköpfige Kommission mit einer „förmlichen Untersuchung“ beauftragt. Die Kommission setzt sich aus vier gewählten Mitgliedern aus den großen Bereichen der Hochschule und einem Experten des Rechtswesens zusammen.

Der Gründer der Plagiatsplattform Vroniplag Wiki, Martin Heidingsfelder forderte die Aberkennung des Doktortitels von der Leyens: „Sie war extrem faul und hat gnadenlos kopiert.“ Laut dem Plagiatsjäger Gerhard Dannemann werde bei medizinischen Doktorarbeiten noch häufiger als in anderen Bereichen gemogelt. Dannemann dazu weiter: „Der Publikationsdruck ist oft extrem hoch.“

Seitens der SPD wird derzeit mit einer Bewertung des Vorgangs abgewartet. Es seien „schwerwiegende Behauptungen“, man solle dem Ergebnis nicht vorgreifen. Der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Ralf Stegner dazu wörtlich: „Ich kenne weder die Doktorarbeit, noch bin ich ein unabhängiger Prüfer. Ich bin genauso gespannt auf das Ergebnis wie sie vermutlich auch.“

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl stellte sich dagegen demonstrativ vor die Verteidigungsministerin: „Die Menschen interessiert, wie wir aktuelle Probleme lösen und Herausforderungen angehen. Im Moment steht anderes im Mittelpunkt als irgendwelche Plagiatsvorwürfe.“ Ähnlich äußerte sich der Chef des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, Christian von Stetten (CDU): „Für sie gilt die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist. Das ist kein Bereich, in dem man jemand politisch ein Bein stellt.“

Sicher gilt auch für von der Leyen die Unschuldsvermutung. Doch sollte sich herausstellen, dass sie bei ihrer Dissertation grobe Fehler gemacht hat, müsste sie daraus auch die politischen Konsequenzen ziehen. Mit diesem Makel könnte sie unmöglich Bundesministerin bleiben.

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