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Aktualisiert: 11:08 | 30. October 2017

Auch CSU will verstärkt auf Ausländer zugehen

  • geschrieben von Torsten Müller
  • Freigegeben in Politik
Auch CSU will verstärkt auf Ausländer zugehen Quelle: CSU

München - Nachdem die CDU vor einigen Wochen ankündigte, verstärkt ausländische Mitbürger einbinden zu wollen, versucht ihre bayerische Schwester, die CSU, es ihr nun gleichzutun. Hatte die CSU noch vor einigen Monaten – offenbar ausschließlich aus Wahlkampfkalkül – mit der richtigen und provokanten Parole „Wer betrügt, der fliegt“ aufgewartet, will sie sich nun den anderen etablierten Parteien noch stärker annähern.

Während Grüne, SPD und Linke bereits seit einigen Jahren überdurchschnittlich viele Migranten nicht nur als Mitglieder, sondern auch als Kandidaten und Funktionsträger führen, versucht die CSU nun offenbar auf diesen Zug aufzuspringen. Die Partei will künftig mit der Kampagne „Freunde für Bayern - Jetzt. Mehr. Erleben“ mehr Menschen für sich gewinnen, die als Zuwanderer nach Deutschland kamen. Auch die Facebook-Präsenz deutet mit dem Slogan „Servus! Lass uns Freunde werden“ in eine ähnliche Richtung. Laut dem Parteivorsitzenden Horst Seehofer sollen mit „unkonventionellen Wegen“ neue Mitglieder gewonnen werden. Auch das Instrument der Probemitgliedschaften soll in die Satzung aufgenommen werden.

In einem aktuellen Leitantrag heißt es: „Immer mehr Menschen kommen aus anderen Teilen Deutschlands und der Welt zu uns.“ Diese Veränderung müsse sich in der Politik der CSU niederschlagen. Generalsekretär Andreas Scheuer sagte dazu, dass die CSU einen Arbeitskreis „Integration und Migration“ ins Leben rufen wolle. Scheuer dazu wörtlich: „Für alle Zugezogenen, die hier ihre Zukunft sehen und sich zu Bayern und unseren Werten bekennen.“

Auch CSU-Vorstandsmitglied und Bayerns Finanzminister Markus Söder machte sich dafür stark, dass die CSU künftig wählbarer für Menschen mit Migrationshintergrund werden müsse. Er ist der Auffassung, dass Zuwanderer künftig noch mehr als „wichtige Mitglieder unserer Gesellschaft“ gesehen werden müssten. Ihnen müsse man mit „Respekt und Akzeptanz“ begegnen. Daher müsse die CSU den Zuwanderern  ein „verbessertes Angebot“ machen.

Wesentliche Motivation für die CSU sind offenbar die demographischen Fakten. Bis zum Jahr 2024 wird der Zuwanderer-Anteil an der bayerischen Gesamtbevölkerung um 28 Prozent zunehmen, während der Anteil der Einheimischen um sechs Prozent sinken wird.

Es wird mit Spannung zu verfolgen sein, ob und, wenn ja, wie die CSU künftig den Spagat zwischen der Anbiederung an die neue Wählerklientel und der Bedienung der konservativen Kernwählerschaft meistern wird. Letztere dürften für die neue Linie der CSU nur wenig Verständnis aufbringen, unterscheidet die CSU dann doch nichts mehr wesentlich von SPD, Grünen und Linken.

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