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Aktualisiert: 11:08 | 30. October 2017

Staatshaushalt - Deutschland erwirtschaftet Milliardenüberschuss

  • geschrieben von Susanne Hagel
  • Freigegeben in Finanzen
Staatshaushalt - Deutschland erwirtschaftet Milliardenüberschuss Quelle: destatis.de

Berlin - Die Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen haben im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Haushaltsüberschuss von mehr als 21 Milliarden Euro erwirtschaftet – soviel wie seit fünfzehn Jahren nicht mehr.

Das Statistische Bundesamt erklärte, die gute Konjunktur, die hohe Zahl an Erwerbstätigen und eine niedrige Arbeitslosenquote hätten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zu einem Überschuss in Höhe von 21,1 Milliarden Euro geführt. Allein der Bund erreichte den Angaben zufolge ein Plus von 10,5 Milliarden Euro. Dies sei unter anderem zurückzuführen auf die Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen im Juni, die allein 4,4 Milliarden Euro erzielten.

Nach Hochrechnungen der Statistiker beträgt das Plus auf die gesamte Wirtschaftsleistung gesehen 1,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit würde der Überschuss von 2014 in Höhe von 0,3 Prozent des BIP übertroffen. Das BIP habe zudem auch im Frühjahr 2015 einen Zuwachs von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal verzeichnet, der dem starken Außenhandel zuzuschreiben sei. Der Staat dürfte also auch in diesem Jahr einen Überschuss erzielen. Erst vor wenigen Tagen hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erklärte, er erwarte, dass allein der Bund in diesem Jahr einen Überschuss von rund fünf Milliarden Euro erwirtschafte.

Und die Statistiker sind optimistisch, dass diese Entwicklung zunächst anhalten wird. Deutschland profitiere als Exporteur vom schwachen Euro, der Waren „Made in Germany“ im außereuropäischen Ausland erschwinglicher macht. Das Land verzeichnete demnach einen Exportzuwachs von mehr als zwei Prozent. Die Wareneinfuhr wuchs um 0,8 Prozent. Die Ausgaben der privaten Haushalte in Deutschland stiegen um 0,2 Prozent. Die Unternehmen zeigten sich dagegen recht träge, wenn es um Investitionen geht: Lediglich um 0,1 Prozent stiegen die Ausgaben für Fahrzeuge, Maschinen und andere Investitionsgüter an. Auch habe sich die Streikwelle bei der Deutschen Bahn, Deutschen Post, Lufthansa und den Kindertagesstätten dämpfend ausgewirkt.

Die Experten gehen davon aus, dass das zweite Halbjahr den eingeschlagenen Aufwärtstrend fortsetzen wird. Zwar wirke sich die Krise in den Schwellenländern wie China negativ auf den Export aus, die Binnenkonjunktur sei jedoch robust. Die inländische Nachfrage werde sich zudem durch den fallenden Ölpreis weiter erhöhen und auch die Unternehmen profitieren von den sinkenden Rohstoffpreisen. Dazu komme ein günstiger Wechselkurs des Euros. Insgesamt rechne die Bundesregierung mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent.

Letzte Änderung amDienstag, 25 August 2015 17:53
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